15.11.2020 – Apolda Friedhof – Angriff auf engagierten Pfarrer am Volkstrauertag

Ein anwesender Pfarrer bemerkte auf einem Friedhof eine Kranzniederlegung ca. 20 lokaler Neonazis. Als er versuchte die Veranstaltung mit seinem Telefon zu filmen und zu fotografieren, wurde dies durch die anwesenden Neonazis bemerkt. Sechs von ihnen bedrohten den Pfarrer, packten ihn am Kragen und traten ihn, bis er das Telefon an die Täter herausgab. Er musste die gefertigten Bilder den Neonazis zeigen und sie gegen seinen Willen löschen.

13.06.2020 – Erfurt – Rechte Beleidigungen und tätlicher Angriff auf dem Heimweg

Ein junger Mann sprach am Samstagabend Höhe Magdeburger Allee zwei Männer an, die sich einer Frau gegenüber sexistisch geäußert hatten. Die Täter bauten eine Drohkulisse auf und ließen es nicht zu, dass der Betroffene die Situation verlässt. Die Zahl der involvierten Täter erhöhte sich im Verlauf auf acht Personen. Vom deeskalierenden Verhalten des Betroffenen ließen sich die Täter nicht beeindrucken. Sie bedrängten ihn weiter, attackierten ihn mit rechts motivierten, homofeindlichen und antisemitischen Beleidigungen und stießen ihn letztlich heftig, wodurch er Verletzungen erlitt. Die hinzugerufene Polizei konnte die Personalien der Täter teilweise feststellen.

13.09.2020 – Erfurt Herrenberg – Angriff in Straßenbahn aufgrund eines St. Pauli Shirts

Am Sonntagmorgen wurde in einer Straßenbahn ein 32-jähriger von drei Personen angegriffen und zusammengeschlagen. Der Betroffene stieg an der Haltestelle Blücherstraße ein und wurde zunächst verbal aus einer Gruppe heraus attackiert. Ein Mann schlug dann mehrfach auf den Betroffenen ein. Nachdem die Täter*innen aus der Bahn flüchteten, suchte sich der Betroffene sofort Hilfe bei der Bundespolizei, die die Angreifer*innen dann stellen konnte. Diese sind laut Medienberichten der Polizei dem „rechten Spektrum“ zuzuordnen. Bereits in Facebook-Kommentaren unter dem zugehörigen Artikel beschrieben Zeug*innen, dass der Angriff aufgrund eines St. Pauli Shirts erfolgte, weil die Täter*innen den Betroffenen als links einordneten.

18.07.2020 – Erfurt Hirschgarten – Brutaler, gezielter Angriff durch 20 Rechtsextreme

In den frühen Morgenstunden, gegen 01.00 Uhr, gibt es einen koordinierten, gezielten Angriff durch Neonazis auf eine Personengruppe, bei welchem mindestens fünf Personen zum Teil schwer verletzt werden. Die Rechtsextremen greifen, zum Teil mit Sturmhaube maskiert, die im Hirschgarten sitzende Personengruppe tätlich an. Wie brutal die Täter dabei vorgehen, zeigen die zahlreichen Blutspuren am Tatort. Die Angreifer tragen szenetypische Kleidung, die auf deren Zugehörigkeit zur rechtsextremen Kampfsportszene hindeuten.

08.06.2020 – Amtsgericht Rudolstadt – Unterstützer*in zur Verhandlung gg. Saalfelder Neonazi genötigt

Zur Verhandlung gegen den Saalfelder Neonazi Felix R. am Amtsgericht Rudolstadt warten Unterstützer*innen der Betroffenen auf Einlass, um den Prozess solidarisch zu begleiten. Eine Unterstützer*in wird von einem mit dem Neonazi Sympathisierenden heftig am Arm gezogen, um ihr den Einlass ins Gericht zu verwehren. Weiterhin kam es an allen sechs Verhandlungstagen zu diversen Beleidigungen ggb. Unterstützer*innen der Betroffenen von Seiten der Nazi-Unterstützer.

30.04.2020 – Nordhausen – Hetzjagd auf Antifaschist*innen

In der Nacht zu Freitag wurden mehrere Antifaschist*innen von Nazis aus dem Umfeld des III. Weges angegriffen und durch die Stadt verfolgt. Eine Gruppe wurde von den Neonazis mit Flaschen beworfen und mit Rufen wie „Bleibt stehen, ihr Antifa Fotzen!“ bedroht. Die Täter suchten die Betroffenen auch noch nach dem Angriff in der ganzen Stadt. Eine andere Gruppe wurde von mehreren Autos der Nazis verfolgt und teilweise von der Straße abgedrängt. Der III. Weg rief aufgrund der abgesagten Demonstration am 1. Mai zu dezentralen Aktionen in verschiedenen Städten auf.

09.06.2019 – Erfurt – Bedrohung in Straßenbahn

Am Sonntagnachmittag kam es in einer Straßenbahn zu einer Bedrohung eines Fahrgastes und seiner Begleitung durch ein Mitglied des III. Wegs. Dieser stieg mit einem weiteren Mann in die Bahn ein und wandte sich dem Betroffenen direkt zu. Er gab an, den Betroffenen zu erkennen und beschuldigte ihn, ihm ein Messer an den Hals gehalten und das Auto des III. Wegs angezündet zu haben. Er verlangte „Schadensersatz“, forderte den Betroffenen auf, auszusteigen und das „draußen zu klären“ und drohte, „seine Wohnung abzufackeln“. Er wies sich mit einer Visitenkarte des III. Wegs aus und kommentierte dies mit „Heil Hitler!“. Zusätzlich schlug er auch mehrmals mit Wucht gegen eine Fensterstrebe im Mittelteil der Bahn. Als sich weitere Fahrgäste einschalteten und anboten, die Polizei zu rufen, wandte er sich zunächst diesen zu und beschimpfte sie, stieg dann aber am Hauptbahnhof aus.