13.06.2020 – Erfurt – Rechte Beleidigungen und tätlicher Angriff auf dem Heimweg

Ein junger Mann sprach am Samstagabend Höhe Magdeburger Allee zwei Männer an, die sich einer Frau gegenüber sexistisch geäußert hatten. Die Täter bauten eine Drohkulisse auf und ließen es nicht zu, dass der Betroffene die Situation verlässt. Die Zahl der involvierten Täter erhöhte sich im Verlauf auf acht Personen. Vom deeskalierenden Verhalten des Betroffenen ließen sich die Täter nicht beeindrucken. Sie bedrängten ihn weiter, attackierten ihn mit rechts motivierten, homofeindlichen und antisemitischen Beleidigungen und stießen ihn letztlich heftig, wodurch er Verletzungen erlitt. Die hinzugerufene Polizei konnte die Personalien der Täter teilweise feststellen.

13.09.2020 – Erfurt Herrenberg – Angriff in Straßenbahn aufgrund eines St. Pauli Shirts

Am Sonntagmorgen wurde in einer Straßenbahn ein 32-jähriger von drei Personen angegriffen und zusammengeschlagen. Der Betroffene stieg an der Haltestelle Blücherstraße ein und wurde zunächst verbal aus einer Gruppe heraus attackiert. Ein Mann schlug dann mehrfach auf den Betroffenen ein. Nachdem die Täter*innen aus der Bahn flüchteten, suchte sich der Betroffene sofort Hilfe bei der Bundespolizei, die die Angreifer*innen dann stellen konnte. Diese sind laut Medienberichten der Polizei dem „rechten Spektrum“ zuzuordnen. Bereits in Facebook-Kommentaren unter dem zugehörigen Artikel beschrieben Zeug*innen, dass der Angriff aufgrund eines St. Pauli Shirts erfolgte, weil die Täter*innen den Betroffenen als links einordneten.

08.06.2020 – Amtsgericht Rudolstadt – Unterstützer*in zur Verhandlung gg. Saalfelder Neonazi genötigt

Zur Verhandlung gegen den Saalfelder Neonazi Felix R. am Amtsgericht Rudolstadt warten Unterstützer*innen der Betroffenen auf Einlass, um den Prozess solidarisch zu begleiten. Eine Unterstützer*in wird von einem mit dem Neonazi Sympathisierenden heftig am Arm gezogen, um ihr den Einlass ins Gericht zu verwehren. Weiterhin kam es an allen sechs Verhandlungstagen zu diversen Beleidigungen ggb. Unterstützer*innen der Betroffenen von Seiten der Nazi-Unterstützer.

30.04.2020 – Nordhausen – Hetzjagd auf Antifaschist*innen

In der Nacht zu Freitag wurden mehrere Antifaschist*innen von Nazis aus dem Umfeld des III. Weges angegriffen und durch die Stadt verfolgt. Eine Gruppe wurde von den Neonazis mit Flaschen beworfen und mit Rufen wie „Bleibt stehen, ihr Antifa Fotzen!“ bedroht. Die Täter suchten die Betroffenen auch noch nach dem Angriff in der ganzen Stadt. Eine andere Gruppe wurde von mehreren Autos der Nazis verfolgt und teilweise von der Straße abgedrängt. Der III. Weg rief aufgrund der abgesagten Demonstration am 1. Mai zu dezentralen Aktionen in verschiedenen Städten auf.

09.06.2019 – Erfurt – Bedrohung in Straßenbahn

Am Sonntagnachmittag kam es in einer Straßenbahn zu einer Bedrohung eines Fahrgastes und seiner Begleitung durch ein Mitglied des III. Wegs. Dieser stieg mit einem weiteren Mann in die Bahn ein und wandte sich dem Betroffenen direkt zu. Er gab an, den Betroffenen zu erkennen und beschuldigte ihn, ihm ein Messer an den Hals gehalten und das Auto des III. Wegs angezündet zu haben. Er verlangte „Schadensersatz“, forderte den Betroffenen auf, auszusteigen und das „draußen zu klären“ und drohte, „seine Wohnung abzufackeln“. Er wies sich mit einer Visitenkarte des III. Wegs aus und kommentierte dies mit „Heil Hitler!“. Zusätzlich schlug er auch mehrmals mit Wucht gegen eine Fensterstrebe im Mittelteil der Bahn. Als sich weitere Fahrgäste einschalteten und anboten, die Polizei zu rufen, wandte er sich zunächst diesen zu und beschimpfte sie, stieg dann aber am Hauptbahnhof aus.

13.10.2019 – Erfurt – Radfahrer beleidigt und geschlagen

Am späten Sonntagabend wurde ein Radfahrer in der Magdeburger Allee an einer Ampel von drei Männern angesprochen, beschimpft und körperlich attackiert. Alle drei Angreifer hatten glattrasierte Köpfe, einer trug ein Thor-Steinar-Shirt und Hosenträger. Der Betroffene vermutet als Motiv der Täter, dass sie ihn als politischen Gegner einordneten. Ein Angreifer packte ihn am Arm und hielt ihn fest, um ihn gegen den Kopf zu schlagen. Ein weiterer Schlag traf ihn an der rechten Schulter. Dann gelang es ihm sich zu befreien und wegzufahren.

14.09.2019 – Erfurt – Angriff auf Wahlkreismitarbeiterin der LINKE

Am Samstag kam es gegen Mittag in der Erfurter Brühler Straße zu einer Sachbeschädigung an zwei Wahlplakaten der Partei „Die Linke“. Während eine Wahlkreismitarbeiterin der Fraktion Wahlwerbung anbringen wollte, näherten sich zwei Personen, die sie beschimpften und ihr die Plakate entrissen, sodass diese dabei beschädigt wurden.

24.08.2019 – Stadt Eisenach – Angriff auf Antifaschist*innen

Am Samstagabend fand in Eisenach ein Rechtsrockkonzert statt, gegen welches mehrere dutzend Antifaschist*innen protestierten. Gegen die Demonstration gab es mehrere Provokationen sowie einen versuchten Angriff durch anwesende Neonazis. In der Nacht wurden zudem beim Auto einer Person, die sich antifaschistisch engagiert, die Reifen zerstochen und Fenster eingeschlagen.

09.11.2019 – Arnstadt – Angriff auf Gedenkveranstaltung zur Reichsprogromnacht

Am Samstagnachmittag wurde die Gedenkveranstaltung “Tag der Wertschätzung für die jüdische Gemeinde Arnstadt” am Hauptfriedhof in Arnstadt angegriffen. Eine Gruppe von fünf Männern zog aus Richtung des unweit entfernten Sportplatzes des SV 09 Arnstadts, auf dem kurz zuvor ein Hochsicherheitsspiel stattfand, an der Kundgebung vorbei. Sie riefen rechte und antisemitische Parolen in Richtung der Veranstaltung. Zwei der Männer begaben sich in die Versammlung und griffen einige Teilnehmer*innen körperlich an, indem sie diese kräftig schubsten. Die anwesenden Polizeikräfte griffen nach Aufforderung ein und drängten die Angreifenden unter Einsatz von Pfefferspray zurück.

Mai 2019 – Landkreis Saalfeld-Rudolstadt – Sexistische Beleidigung und Aufruf zu Hate Speech gegen Landtagsabgeordnete

Im Kommunal- und Europawahlkampf 2019 wurde die Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss (DIE LINKE) auf mehreren Aufklebern im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sexistisch beleidigt. Zudem wurde auf dem Aufklebr zu Hate Speech im Internet gegen die Politikerin aufgerufen. Seit Jahren ist Frau König-Preuss wegen ihrer wichtigen antifaschistischen Arbeit Zielscheibe von Neonazis, rechter Gewalt, rechter Hetze und rechten Morddrohungen.