13.06.2020 – Erfurt – Rechte Beleidigungen und tätlicher Angriff auf dem Heimweg

Ein junger Mann sprach am Samstagabend Höhe Magdeburger Allee zwei Männer an, die sich einer Frau gegenüber sexistisch geäußert hatten. Die Täter bauten eine Drohkulisse auf und ließen es nicht zu, dass der Betroffene die Situation verlässt. Die Zahl der involvierten Täter erhöhte sich im Verlauf auf acht Personen. Vom deeskalierenden Verhalten des Betroffenen ließen sich die Täter nicht beeindrucken. Sie bedrängten ihn weiter, attackierten ihn mit rechts motivierten, homofeindlichen und antisemitischen Beleidigungen und stießen ihn letztlich heftig, wodurch er Verletzungen erlitt. Die hinzugerufene Polizei konnte die Personalien der Täter teilweise feststellen.

09.11.2019 – Arnstadt – Angriff auf Gedenkveranstaltung zur Reichsprogromnacht

Am Samstagnachmittag wurde die Gedenkveranstaltung “Tag der Wertschätzung für die jüdische Gemeinde Arnstadt” am Hauptfriedhof in Arnstadt angegriffen. Eine Gruppe von fünf Männern zog aus Richtung des unweit entfernten Sportplatzes des SV 09 Arnstadts, auf dem kurz zuvor ein Hochsicherheitsspiel stattfand, an der Kundgebung vorbei. Sie riefen rechte und antisemitische Parolen in Richtung der Veranstaltung. Zwei der Männer begaben sich in die Versammlung und griffen einige Teilnehmer*innen körperlich an, indem sie diese kräftig schubsten. Die anwesenden Polizeikräfte griffen nach Aufforderung ein und drängten die Angreifenden unter Einsatz von Pfefferspray zurück.

26.07.2016 – Erfurt – Morddrohungen gegen Muslime und Juden

Ein Drohbrief wurde an die Thüringer Staatskanzlei geschickt, in der Morddrohungen gegen Muslime und Juden ausgesprochen werden. Der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, der Chef des Landesamtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer und Staatskanzleiminister Benjamin Hoff (Linke) werden namentlich benannt. Der Brief wurde mit einer Nazi-Parole unterzeichnet.

06.06.2016 – Gotha – Anschlag auf Denkmal für zerstörte Synagoge

Unbekannte beschmierten am Wochenende eine Gedenktafel am Denkmal für die zerstörte Synagoge in Gotha mit Schriftzügen mit nationalsozialistischem Hintergrund. Einen Tag später wurde das Material in Brand gesetzt, das die Feuerwehr als Abdeckung der Schmierereien angebracht hatte. Dadurch wurde das Denkmal noch stärker beschädigt. Das Denkmal erinnert an die einstige Synagoge in Gotha, die 1938 von den Nationalsozialisten in Brand gesetzt worden war. Gothas Oberbürgermeister verurteilte diese Handlungen scharf. Die Polizei ermittelt.

18.07.2013 – Erfurt – Antisemitischer Angriff in Lebensmittelgeschäft

Ein Mann jüdischen Glaubens wird in einem Lebensmittelgeschäft zuerst von einem Mitarbeiter antisemitisch beleidigt („Juden werden hier nicht bedient!“). Anschließend wird er beim Verlassen des Ladens im Eingangsbereich von mehreren Personen mit Faustschlägen ins Gesicht und mit Fußtritten auf den Oberkörper attackiert. Ein Anwohner verständigt die Polizei, die kurz danach eintrifft. Während die Polizei vor Ort ist, sprechen Anwesende aus dem Umfeld der Täter Todesdrohungen gegen den Betroffen aus. Die Täter sind der Polizei in Erfurt bereits bekannt.

11.02.2012 – Jena – Israelsolidarische Jugendliche werden angegriffen

In den späten Abendstunden kommt es während einer Veranstaltung in der JG- Stadtmitte nach verbalen Auseinandersetzungen zu mehreren tätlichen Übergriffen auf eine Gruppe von israelsolidarischen Jugendlichen. Nachdem beleidigende Äußerungen wie „antideutsche Fotzen“ fallen, eskaliert die Situation als einem Betroffenen brutal ins Gesicht geschlagen wird. Ein weiterer wird ohne Rücksicht auf schwerste Verletzungen eine Treppe heruntergestoßen. Im Vorfeld des Übergriffs hatte eine JG-Mitarbeiterin die Gruppe aufgefordert die Veranstaltung zu verlassen, welche die Jugendlichen auch nachkommen wollten. Die Betroffenen sind von der aggressiven Stimmung und dem hohen Gewaltpotential der Angreifer schockiert.

09.10.2012 – Erfurt – Neonazi attackiert mehrere Studierende

Am Dienstagabend attackiert ein Neonazi mehrere Studierende. Zunächst greift er einen jungen Mann tätlich an, den er zuvor im Stadtzentrum verfolgt hat. Danach beschimpft er vor dem Studentenzentrum „Engelsburg“ eine Studentin antisemitisch und drückt einen weiteren Betroffenen gegen eine Hauswand. Anwesende, die versuchen zu schlichten, werden von dem aggressiven und provokanten Angreifer bedroht. Die Polizei muss den bereits bekannten Neonazi unter Anwendung von Zwang festnehmen.